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Flusskrebse in Wien

    Die neue Wiener Fischereiverordnung „Schonzeiten und Mindestmaße“ ist ab 7. November 2008 in Kraft getreten. Aus diesem Anlass möchten wir Ihnen die Flusskrebse Wiens etwas näherbringen und die (potenziell) vorkommenden Arten mit entscheidenden Merkmalen zur leichteren Unterscheidung vorstellen.

copyright: Fotos und Abbildungen: aus PÖCKL et al. (2002)

Tabelle zur Krebs-Unterscheidung, Datenerhebung: Gregor Gravogl
Alle Fotos und Abbildungen: aus PÖCKL et al. (2002)

LITERATUR
Eder E. & Hödl W. (Red.) (1999): Flusskrebse Österreichs, Verlag Gutenberg, Linz. HAUER W. (2007): Fische, Krebse, Muscheln in heimischen Seen und Flüssen, Leopold Stocker Verlag, Graz. NÖ Landesfischereiverband (2008): Tabelle zur Krebs-Unterscheidung, Datenerhebung: Gregor Gravogl. PÖCKL M., PEKNY R. & PENNERSTORFER J. (2002): Krebse in Österreich, Co-Produktion des Vereins FORUM FLUSSKREBSE und der Forschungsgemeinschaft LANIUS.

 

Edelkrebs (Astacus astacus)

    Größe: i. d. R. 16 cm, maximal bis ca. 18–20 cm. Körper glatt, ohne Dornen und Höcker. Zweiteilige Augenleiste. Hinter der Nackenfurche sind mehr oder weniger deutlich ausgeprägte (mind. 2) Dornen bzw. Höcker ausgebildet. Zwischen der Nackenfurche und dem Auge sind keine weiteren Dornen oder ausgeprägte Höcker ausgebildet. Färbung i. d. R. dunkelbraun, kann aber von beige bis hellbraun variieren; vereinzelt auch blaue Individuen. Scheren kräftig, Oberseite stark gekörnt, dunkelbraun. Scherenunterseite lebhaft rot bis schmutzig braun (niemals weiß, beige, oder leicht orange). Zwei Höcker am unbeweglichen Scherenfinger.

    Lebensraum: Naturbelassene und strukturreiche Flüsse und Bäche der Mittelgebirge und Niederungen, sommerwarme Seen und Teiche mit Versteckmöglichkeiten. Meidet schlammigen Grund.

    Vorkommen in Wien: Nicht dezidiert für Wien genannt; ein Vorkommen ist aber anzunehmen.

copyright: Fotos und Abbildungen: aus PÖCKL et al. (2002)




Steinkrebs (Austropotamobius torrentium)

    Größe: i. d. R. kaum größer als 9 bis 10 cm. Körper glatt, ohne Dornen und Höcker. Einteilige Augenleiste. Hinter der Nackenfurche keine Bedornung erkennbar. Zwischen der Nackenfurche und dem Auge keine Dornen oder Höcker vorhanden. Die Unterseite der Schuppe der 2. Antenne besitzt einen sägezahnartig gezähnten Kamm. Färbung i. d. R. braun bis oliv, kann aber von beige bis hellbraun variieren. Scheren Oberseite gekörnt. Unterseite hell, meist beige, in vereinzelten Fällen leicht orange (niemals rot oder schmutzig braun). Ein Höcker am unbeweglichen Scherenfinger.

    Lebensraum: Kleine kalte Wald- und Wiesenbäche, meidet jedoch stark geschiebeführende Wildb&aum;lche und Stillgewässer mit schlammigem Grund.

    Vorkommen in Wien: Für Wien im Gütenbach, Kräuterbach und Dornbach nachgewiesen (1987–1995); Wiederansiedlungsprojekt in vier weiteren Bächen.

copyright: Fotos und Abbildungen: aus PÖCKL et al. (2002)




Galizischer Sumpfkrebs (Astacus leptodactylus)

    Größe: i. d. R. 16 bis 18 cm, in Extremfällen bis zu 30 cm. Körper nicht glatt, sondern mit vielen Dornen und Höckern besetzt. Hinter der Nackenfurche mehr oder weniger deutlich ausgeprägte (mind. zwei) Dornen oder Höcker ausgebildet. Der Bereich zwischen Nackenfurche und dem Auge trägt eine Vielzahl von Dornen oder ausgeprägten Höckern. Färbung i. d. R. olivgrün, gelblich bis braun, oft auch mit dunklen Flecken übersäht; kann aber auch von hellbeige bis grau variieren. Scheren lang und schmal, Oberseite gekörnt. Scherenunterseite immer hell, meist hellbeige (niemals rot oder schmutzig braun). Ein Höcker am unbeweglichen Scherenfinger.

    Lebensraum: Langsam fließende Bäche und Flüsse der Ebene sowie verkrautete und sumpfige Stillgewässer wie z. B. Baggerseen. Vergräbt sich gerne im schlammigen Grund.

    Vorkommen in Wien: Nachweise 1995 im Hanslteich in Neuwaldegg (19. Bezirk) (Bittermann W.); 1918 im 21. und 22. Bezirk (Wittmann); 1992 im Rosenteich (14. Bezirk) (Storch und Rössler).

copyright: Fotos und Abbildungen: aus PÖCKL et al. (2002)




Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus)

    Größe: i. d. R. bis 17 cm, in Extremfällen bis zu 30 cm. Körper glatt, ohne Dornen und Höcker. Zweiteilige Augenleiste. Hinter der Nackenfurche keine Dornen oder Höcker. Zwischen der Nackenfurche und dem Auge keine weiteren Dornen oder ausgeprägte Höcker. Färbung i. d. R. bläulich-braun bis rötlich-braun, kann aber zwischen hell- und dunkelbraun variieren. Der Rückenpanzer an der Spalte zum Hinterleibsansatz dunkel-schwarzgrün abgesetzt. Scheren kräftig, Ober- und Unterseite glatt und ungekörnt. Scherenunterseite lebhaft rot. Charakteristisch ist ein großer, weiß-türkisfarbener „Signal“-Fleck im Bereich des Scherengelenkes (dt. Name!). Einfacher Höcker (kleiner Knoten) am unbeweglichen Scherenfinger.

    Lebensraum: Ähnliche ökologische Ansprüche wie der Edelkrebs, jedoch zäher. Wächst rascher und hat mehr Nachkommen. Aggressiv. Ausgeprägtes Wanderverhalten. Durch das Graben von Gangsystemen unterminiert er oft Ufer, Dämme und Bewässerungsanlagen.

    Verbreitung: Nicht-heimisch (allochthon). In den 1960er Jahren von der Pazifikküste der USA nach Europa importiert. Derzeit rasante Ausbreitung in Fließgewässern unter Verdrängung des Edelkrebses. Überträger der Krebspest, gegen die er selber immun ist. In Ö in allen Bundesländern; gebietsweise die häufigste Art.

    Für Wien nicht dezidiert nachgewiesen; ein Vorkommen ist aber anzunehmen.

copyright: Fotos und Abbildungen: aus PÖCKL et al. (2002)




Kamberkrebs (Orconectes limosus)

    Größe: i. d. R. kaum größer als 10 cm. Körper nicht glatt, sondern mit vielen Dornen und Höckern besetzt. Kopf kurz und rund. Einteilige Augenleiste. Hinter der Nackenfurche mehr oder weniger deutlich ausgeprägte (mind. 2) Dornen oder Höcker ausgebildet. Der Bereich zwischen Nackenfurche und Auge trägt eine Vielzahl kräftiger Dornen. Durch die dunkelrotbraunen Querstreifen auf der Oberseite der Hinterleibsringe unverwechselbar. Die restliche Körperfärbung variiert zwischen grau und leicht bräunlich. Scheren: Starker Dorn (Sporn) an der Innenseite des Segments hinter der Schere. Scherenspitzen i. d. R. orange bis gelb gefärbt. Scherenoberseite pelzig behaart. Scherenunterseite hell, meist beige, in vereinzelten Fällen orange (niemals rot oder schmutzig braun).

    Lebensraum: Da er an die Wasserqualität kaum Ansprüche stellt, kommt er auch in verschmutzten Kanälen und Flusshäfen vor. Besiedelt Gewässer der Niederungen, meidet aber kleine Fließgewässer der Bergregion.

    Verbreitung: Nicht-heimisch (allochthon). Anfang der 1880er Jahre aus dem Osten der USA nach Deutschland importiert. In den 1970er Jahren auch in Österreich mancherorts ausgesetzt (nur wenige Fundpunkte). Derzeit ist eine Ausbreitungstendenz in Österreich – im Gegensatz zur BRD – nicht erkennbar. Der wirtschaftlich bedeutungslose Kamberkrebs überträgt die Krebspest, gegen die er selber immun ist. Er ist aggressiv und kommt auch mit Raubfischen gut zurecht (Verspreizung der Ellbogen).

    Seit 1991 regelmäßige Nachweise in der Lobau (22. Bezirk).

copyright: Fotos und Abbildungen: aus PÖCKL et al. (2002)



Sonnenuntergang, copyright: N. Novak

Steinkrebs, copyright: Clemens Gumpinger, www.blattfisch.at

Huchen oder "Donaulachs", copyright: www.forellenzuchtverband.at

Karpfen, copyright: N. Novak

Neue Donau, copyright: N. Novak

Fische im Netz, copyright: www.lobaufischer.at, Kurt Kracher

Lobau, copyright: www.lobaufischer.at, Kurt Kracher

Fischen an der Donau, copyright: N. Novak

copyright: N. Novak

Copyright: N. Novak

Bachforelle; copyright: N. Novak

Karpfen, coyright: www.wuitz.at

Barbe © Michael Komuczki

&Aumlsche, copyright: www.top-hunt.at

Donau mit Donauturm im Hintergrund, copyright: N. Novak

Fischerkarte, copyright: N. Novak

Wels, copyright: www.taucher.net

Lobau, copyright: MA 49

Mann mit Karpfen, copyright:www.falle.at

Bachforelle, copyright: www.hotel-rudolf.com

Hecht © Stefan Damisch